14.6.14

Die Sache mit dem weniger besitzen

Ich melde mich hier kurz während eines weiteren “Declutter”-Versuchs, den ich am Nachmittag gestartet habe. Dieses Thema bereitet mir immer Bauchschmerzen, aber letztendlich kann ich ihm dann doch nicht den Rücken kehren.

Erfolgreich war ich wenigstens bei Kosmetik: Ich konnte mich fast von der Hälfte meiner dekorativen Kosmetik trennen und werde alles meiner Freundin geben, die Kontakte besitzt, die solche Sachspenden gerne annehmen. Es handelt sich ausschließlich um konventionelle und wenig benutzte Produkte, deswegen fiel mir dieser Abschied nicht schwer. Immerhin gefällt mir die Vorstellung von einer minimalistischen Kosmetiksammlung aus NK-Produkten. Vielleicht erreiche ich dieses Ziel sogar irgendwann, das wäre natürlich toll. Ich finde es immer wieder interessant, dass ich noch vor ein bis zwei Jahren alles für eine riesige und teure Schminksammlung gegeben hätte.

Auch bei Kleidung habe ich ein erträgliches Mittelmaß gefunden. Denn auch wenn ich Bilder von simplen und geordneten Kleiderschränken von minimalistischen Bloggern sehr inspirierend finde, habe ich mittlerweile erkannt, dass mich das selbst einfach nicht glücklich macht. Ich habe hier gerne eine (überschaubare) Auswahl und gehe mit meinen Sachen gut um, sodass mich auch günstige Sachen oft jahrelang begleiten. Das Problem ist nur, dass ich noch keinen richtigen Stil gefunden habe und ich mich damit noch auseinandersetzen muss. Bei Schuhen und Schmuck gibt es das selbe Dilemma.

Bei Büchern wird das ganze schon etwas schwieriger. Auf e-Readers könnte ich nie umsteigen, da ich einfach das Gefühl, den Geruch und das Aussehen von echten Büchern einfach lieber habe. Auch auf den den Anblick eines gefüllten Bücherregals könnte ich nur schwer verzichten. (Trotzdem gehe ich gerne in Bibliotheken) Deshalb lasse ich meinen Büchern ihren gewohnten Platz und werde die Anzahl in naher Zukunft auch nicht minimieren, zumindest bis ich von zu Hause ausgezogen bin.

Und wer gerne bastelt und malt, weiß wahrscheinlich, dass die Materialien ganz schön viel Platz wegnehmen können. Am liebsten würde ich ja nur mit Kreide, Bleistift und Wasserfarben malen, aber Acrylfarben habe ich dann doch fast am liebsten und die Flaschen sind nicht nur teuer sondern nehmen auch viel Platz weg. Mir nur die Grundfarben zuzulegen habe ich schon versucht, das Mischen muss ich aber noch etwas üben.
Vor allem das Scrapbooken macht mir große Sorgen. Nicht nur dass die Materialien oft viel kosten, ich habe einfach auch hier gerne eine große Auswahl für jedes Projekt und daher verbrauchen diese Dinge auch eine Menge Stauraum. Aufgeben will ich dieses Hobby allerdings nicht, ich bin immer viel zu glücklich wenn ich etwas fertiggestellt habe. Das gleiche gilt auch für DIYs. Ich hebe einfach jeden Schmarrn auf, den ich könnte ja noch etwas tolles daraus machen. Manchmal funktioniert das sogar. Aber wenn ich ein neues Projekt starte, muss ich die meisten Dinge sowieso neu kaufen und habe nichts passendes daheim.

Vielleicht sehe ich das alles gerade deshalb so schlimm, weil ich ziemlich nervös wegen eines morgigen Termins bin. Aber Tatsache ist einfach, dass es für mich nicht in allen Bereichen einfach ist, wenig(er) zu besitzen.

Fällt es dir in manchen Lebensbereichen leichter, weniger zu besitzen, als in anderen? Oder gefällt es dir, viel zu besitzen und von allem eine große Auswahl zu haben?

Kommentare:

  1. Mir geht es ganz ähnlich, deswegen würde ich mich auch nie als Minimalist bezeichnen, vielmehr versuche ich bewusst zu kaufen und zu besitzen. Ich will Dinge besitzen, die ich wirklich liebe und gerne benutze, Sachen, die ich nur als ok empfinde, müssen nach und nach gehen.

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  2. Bin im Moment auch voll am Ausmisten :P Klamotten werde ich wohl niemals wenige haben, aber Bücher- & Schreibwaren-Ausmisten fällt mir mittlerweile echt leicht! :) Hatte von beidem immer zu viel, aber bis auf meine Lieblingsbücher geb ich gelesene Bücher mittlerweile gerne an Freunde o.ä. weiter, dann weiß man, dass sie nicht nur im Regal verstauben :D

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Ich lese mir jeden Kommentar durch und beantworte ihn auch, sofern das möglich ist. Bei ausführlicheren Fragen wäre eine E-Mail aber angebrachter.